Union der Vielfalt in Israel

Rückblickend bilanzieren in diesem Jahr Deutschland und Israel eine nachhaltig diplomatische Beziehung und feiern 50-jähriges Jubiläum. Die Konrad-Adenauer-Stiftung Israel nimmt dieses Jubiläum zum Anlass und initiiert erstmalig eine exklusive Reihe von Veranstaltungen, die nicht nur die vergangenen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel gebührend aufgreifen, sondern auch den Fokus auf die zukunftsperspektivische Zusammenarbeit und die daraus resultierenden Chancen und Herausforderungen für unsere plurale Gesellschaft richten.

Vor diesem Hintergrund lädt die Konrad-Adenauer-Stiftung Israel junge Muslime zum German Young Leaders-Programm nach Israel ein und sorgt in diesem Kontext für ein Novum. Auch Giousouf (Vorsitzende, Union der Vielfalt) und Köylüoglu (Vorstandsmitglied, Union der Vielfalt) sind eingeladen und nehmen an dem Programm teil.

Diese interdisziplinär ausgerichtete Initiative ist mit dem Ziel verbunden, den Dialog, insbesondere mit jungen Führungskräften mit muslimischem Glauben aus Deutschland, zu fördern und gezielt die junge Generation zusammenzubringen, denn oftmals wird der Nahost-Konflikt auch auf deutschem Boden ausgetragen und hat verheerende Auswirkungen auf den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt. Demonstrationen und Kundgebungen entwickeln sich zu einem weitreichenden Nährboden für Gewalt. Diese verzeichnen zunehmend antisemitische und islamophobe Tendenzen. Daher ist es von zentraler Bedeutung, den multiperspektivischen Austausch im Rahmen der Delegationsreise zu intensivieren und Maßnahmen, Ideen und Projekte im eigenen hiesigen Umfeld zu forcieren.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung Israel ermöglicht mit ihrem Austauschprogramm, jungen Muslimen, die sich in Deutschland auf hoher Ebene in diversen Organisationen, Vereinen und Gremien engagieren, mit hochrangigen Politikern, Referenten und Menschen öffentlichen Lebens, aber auch Schülern und engagierten Bürgern, zusammenzukommen und den Dialog voranzutreiben. Diese friedensstiftende Maßnahme leistet einen zentralen Beitrag hinsichtlich der Aufrechterhaltung des friedlichen und respektvollen Umgangs miteinander im Zuge der immer bunter werdenden Gesellschaft.

Die Initiative läuft unter dem Motto „Minderheiten in Demokratien – Israel und Deutschland im Vergleich“ und erstreckt sich über 5 Tage. Junge Führungskräfte beschäftigen sich, nach einem umfassenden Briefing und einem Impulsvortrag zur aktuellen politischen und sozialen Situation in Jerusalem vom Initiator und Leiter der KAS Israel, Dr. Michael Borchard, mit den Themenkomplexen Koexistenz der Religionen in der Heiligen Stadt, Rolle des Militärs für den Integrationsprozess und Minderheiten in Demokratien. Sie besuchen Yad Vashem, die Knesset und die deutsche Botschaft in Israel und treffen sich mit dem Leiter des KAS Auslandsbüros Palästinensische Gebiete in Ramallah, Marc Frings, dem Knesset- und Defence Forces Israel-Sprecher sowie diversen Referenten und Abgeordneten. Es war uns eine besondere Ehre, den Sprecher der Knesset, Yuli Edelstein, treffen zu können.

Das German Young Leaders – Programm findet hauptsächlich in Jerusalem und Tel Aviv statt. In der Heiligen Stadt Jerusalem finden Muslime, Christen und Juden das Innerste ihrer religiösen Erfüllung. Jeder Versuch, diesen Charakter Jerusalems zu verändern, führt zu religiöser Gewalt und Chaos. Seit Jahrhunderten ist Jerusalem ein Streitpunkt im Nahen Osten.

Jerusalem – Ein Ort, drei Religionen. Dort begegnen sich viele Kulturen. Der westliche Teil wird hauptsächlich von Israelis bewohnt, die östliche Seite von Palästinensern. Die Altstadt teilt sich in vier religiöse Viertel: Muslime, Christen, Armenier und Juden haben dort ihr eigenes Territorium. Jerusalem wird von all diesen Religionen als heilige Stadt angesehen.

Jede der drei Religionen verbindet mit dem Tempelberg ein wichtiges Ereignis. Er gehört auch zu Jerusalem. Leider gibt es immer wieder Streit um die Stadt.
Für Juden ist Jerusalem wichtig, weil Abraham bereit war auf dem heutigen Tempelberg Gott seinen Sohn zu geben. Für Christen ist Jerusalem wichtig, weil die Bibel erzählt, dass Jesus dort zum Tode verurteilt, gekreuzigt und begraben wurde. Christen glauben, dass Jesus drei Tage nach seinem Tod von den Toten auferstanden und noch 40 Tage lang seinen Jüngern erschienen ist. Das Grab von Jesus in Jerusalem ist noch heute eine wichtige Pilgerstätte für viele Christen. Es befindet sich in der Grabeskirche in Jerusalem. Für Muslime ist Jerusalem wichtig, weil Mohammed nach ihrem Glauben dort seine Himmelsreise zu Allah angetreten hat. An der Stelle steht heute der Felsendom.

Es wäre höchste Zeit, dass Jerusalem nunmehr ein Zentrum wird des Friedens, der Koexistenz und der Religionen.

„Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.“ und „Wir müssen nicht einer Meinung sein, aber wir müssen miteinander sprechen können.“

 

Fatih Köylüoglu

 

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